Nach meiner Diagnose Brustkrebs erfolgten viele Untersuchungen und Biopsien, schließlich die OP. Diese verlief im Krankenhaus zwar gut, doch kamen danach infolge von auferlegten Bewegungseinschränkungen, eventuell auftretenden Lymphödemen und eine noch bevorstehende Chemotherapie sehr viele Ängste und Unsicherheiten auf. Ich sah mein Leben vollständig eingeschränkt, war unruhig und aufgeregt. Alles war zu viel, mir war nur nach Rückzug zumute. Wie eingeschlossen war ich in mich selbst. Nach vier Wochen entschied ich mich dann nach Lundo zu fahren, da ich wusste, dass ich aus dieser Eigendrehung heraustreten musste und dazu Hilfe benötigte.
Die ärztlich therapeutische Begleitung, die nicht nur aus Untersuchungen bestand, sondern vor allem in Gesprächen Möglichkeiten zur Eigeninitiative aufzeigten, gaben mir neuen Mut. Beispielsweise in Bezug auf die Ausführung von Yogaübungen. Zunächst war ich ängstlich und dann doch sehr erstaunt und erfreut, was alles möglich war.
Die spezielle Diät wirkte zentrierend und kräftigend; obwohl sie sehr einfach war, freute ich mich auf jede Mahlzeit. Rhythmische Spaziergänge und leichte gemeinsame Arbeiten bei schönem Wetter im Freien erlebte ich aufbauend und befreiend. Das Bewusstsein hellte sich wieder auf und mein Atem weitete sich. Für mehrere intensive Wärmebehandlungen, die zwar ebenfalls herausforderten, aber im Nachhinein sehr stärkend wirkten, hatte ich mich bewusst entschieden.
All dies erfüllte mich mit Zuversicht, denn es war mit dem Aufenthalt erst möglich, aus dem immer enger werdenden Zurückgeworfen-Sein auf mich selbst herauszutreten. Ich bin sehr dankbar für diesen Aufbau durch alle Mitwirkenden und vor allem schätze ich die heilende Kraft, die in der Auseinandersetzung mit den lebendigen Gedanken von Heinz Grill, entstehen kann. Klar ist mir geworden, dass diese aufbauende Heilkraft von Heinz Grill nur mit einer größer und weiter werdenden Selbstaktivität, die über das Kranksein und Gesundwerden-Wollen hinausreicht, beantwortet werden kann.
